Deprecated: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in /kunden/416311_47058/apexx_archiv/lib/class.database.mysql.php on line 39
PRO BAHN NRW e.V.
Logo Fahrgastverband

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Navigationsstrich Startseite  Navigationsstrich PRO BAHN  Navigationsstrich Nachrichten  Navigationsstrich Landespolitik  Navigationsstrich Rhein-Ruhr-Express 
Mobilitätskonzept Aachen 2020
Mehr Lebensqualität mit einem besseren Mobilitätskonzept - das fordern in Aachen der ADFC, BUND, Greenpeace, Pro Bahn und VCD
Viele Aachener lieben ihre Stadt. Die schöne Altstadt mit dem Dom etwa, das grüne Umland, die Nähe zu unseren belgischen und niederländischen Nachbarn, familienfreundliche Angebote, die vielfältige Kultur und vieles mehr sind gute Gründe, sich hier wohl und zu Hause zu fühlen.

Bei der Frage, wie lebenswert die Menschen ihre Stadt finden, liegt Aachen in bundesweiten Umfragen zumeist nur im unteren Mittelfeld. Städte wie Münster und Freiburg belegen dagegen seit Jahren Spitzenplätze.
Woran liegt das? Sicher sind hier mehrere Gründe ausschlaggebend. Auffällig ist die im Vergleich hohe Beeinträchtigung der Menschen durch den motorisierten Individualverkehr in Aachen. Mehr als die Hälfte der Wege in Aachen werden mit dem Auto zurückgelegt. An ruhiges Wohnen ist daher in vielen Straßen nicht zu denken. Die fahrenden und geparkten Autos nehmen sehr viel Raum ein. Raum, der für schöne Plätze, breite Gehwege, Grünflächen, als Erlebnisraum für Kinder und Jugendliche und als Bewegungsraum für uns alle fehlt.

Wir und viele Bürger meinen: Aachen kann mehr!

Fünf Aachener Umwelt- und Verkehrsverbände haben sich daher damit beschäftigt, welche Maßnahmen im Verkehrsbereich in der nächsten Zeit ergriffen werden sollen, damit Aachen für seine Bürger lebenswerter wird. Die Beispiele Freiburg, Münster und Ulm, aber auch viele weitere, machen Mut, dass wir das gemeinsam schaffen.

Die derzeitigen Probleme, die Ziele einer nachhaltigen Verkehrspolitik und die hieraus resultierenden Lösungen haben wir in unserem "Mobilitätskonzept Aachen 2020“ dargestellt. Detaillierte Ausführungen enthält die Langfassung des Mobilitätskonzepts, die u.a. auf den Internetseiten der beteiligten Umweltverbände einsehbar ist.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten 8 Punkte zusammengestellt:

1. 30 % mehr Wege zu Fuß, per Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Bis 2020 sollen diese Verkehrsarten im Anteil von heute ca. 50 % auf 65 % an allen Wegen gesteigert werden. Die Einschränkungen durch den Autoverkehr gehen massiv zurück, gleichzeitig können notwendige Fahrten immer noch mit dem Auto durchgeführt werden.

2. Vision Zero – keine Toten und weniger Verletzte durch Verkehrsunfälle
Jeder durch einen Verkehrsunfall Getötete oder Verletzte ist einer zu viel! Da aber Menschen Fehler machen, muss das Verkehrssystem in Aachen generell so gestaltet werden, dass diese Fehler nicht zu lebensbedrohlichen Verletzungen seiner Nutzer führen. Dieses Planungsprinzip wird in Schweden bereits erfolgreich angewandt und soll in Aachen zukünftig zur obersten Richtschnur werden.

3. Tempo 30 – Regel statt Ausnahme
Tempo 30 macht weniger Lärm und senkt die Anzahl und die Folgen von Unfällen drastisch. Dennoch wird das Hauptstraßennetz, an dem viele Menschen wohnen und arbeiten von dieser Regelung bisher vollkommen ausgenommen, obwohl mit Tempo 50 innerstädtisch auch der Autoverkehr kaum Zeit spart. In einem Stufenkonzept werden auf solchen Hauptstraßen, welche erhöhte Lärm- und Luftschadstoffwerte aufweisen, Tempo 30-Regelungen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen eingeführt. Tempo 30 wird immer mehr die Regel, Tempo 50 zur begründeten Ausnahme.

4. Bus und Bahn weiter stärken
Gemütlich Zeitung lesen während der Fahrt – dieses Werbeargument zieht wegen der immer drangvolleren Enge in vielen Bussen und Bahnen leider immer weniger. Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen für mittlere und weitere Entfernungen komfortabler, schneller und pünktlicher sein und können damit für viele Menschen zur echten Alternative zum Auto werden. Für die stark belasteten Hauptachsen des Busverkehrs muss bald eine Lösung gefunden werden, um die Kapazitätsengpässe zu beseitigen. Der schienengebundene Nahverkehr muss so weiterentwickelt werden, dass die Innenstadt und die Campusgelände mit stadtverträglichen Fahrzeugen angebunden werden und daraus eine leistungsfähige Perspektive für die stark belasteten Hauptachsen entsteht.
Trotz des ablehnenden Bürgerentscheids halten wir die Straßenbahn für einen sehr wichtigen Baustein der nachhaltigen und sozialen Verkehrspolitik in Aachen. Allerdings müssen die Diskussion und der Entscheidungsprozess, wie die Straßenbahn realisiert werden kann, wie sie in das bestehende Verkehrs-System integriert und wie sie vor allem finanziert werden kann, anders geführt werden als in der Vergangenheit. Mit unseren Anregungen wollen wir diese Diskussion eröffnen und wünschen uns eine rege Beteiligung.

5. Ausgebaute Radachsen in die Innenstadt
Auf mittleren Entfernungen kann der Radverkehr noch wesentlich attraktiver werden als heute. Ausgebaute Radachsen von allen Außenbezirken in die Innenstadt und zwischen größeren Stadtteilen sparen Fahrzeit und bieten ein sicheres und attraktives Fahrgefühl.

6. Endlich Durchblick im öffentlichen Verkehr
Das Gewirr der vielen Buslinien ist insbesondere für die, die bisher nur mit dem Auto fahren, schlecht durchschaubar. Eine grundlegende Neuordnung des Liniennetzes soll eine klare und einfache Struktur schaffen, die auch für „Nicht-Insider“ schnell begreifbar ist und zum Mitfahren einlädt.

7. Den Fußgängern den roten Teppich auslegen
Zu-Fuß-Gehen ist die natürlichste Fortbewegung. Es soll wieder Spaß machen, seine Besorgungen im Nahbereich mit den eigenen Beinen zu erledigen. Behinderungen durch zu schmale und zugeparkte Gehwege und lange Wartezeiten an Ampeln sollen abgebaut werden.

8. Mehr attraktive Plätze schaffen
Viele einst schöne Plätze liegen in Aachen heute im Dornröschenschlaf. Der Hohenzollernplatz oder der Blücherplatz beispielsweise bieten heute fast nur noch Verkehrsflächen. Eine attraktive Neugestaltung soll sie wieder „wachküssen“ und zu einem Treffpunkt für alle machen.
Veröffentlicht am 14.10.2013 | 1.904 Klicks
Navigationspfeil Impressum   Navigationspfeil Datenschutzerklärung || © Copyright 2010-2019 PRO BAHN Nordrhein-Westfalen e.V.
Erstellt mit Apexx Portalsystem - © Stylemotion.de