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„MVG: Nicht die Schiene, der Tunnel ist der Kostentreiber“
Presseerklärung des Regionalverband Ruhr
Erstaunt zeigt sich der Fahrgastverband PRO BAHN über die Äußerungen des Chef der Beteiligungsholding Mülheim, Dr. Dönnebrink, zur Situation bei der MVG. In Fachkreisen sei schon lange klar, dass nicht das Vorhalten des Schienennetzes und der Werkstattinfrastruktur für Schienenfahrzeuge, sondern die Unterhaltung der Tunnelanlagen der wahre Kostentreiber bei den Nahverkehrsbetrieben sei. Hinzu komme, dass diese Anlagen demnächst in wesentlichen Teilen erneuert werden müssten, wobei mit wesentlich geringeren Zuschüssen als beim Bau zu rechnen sei.
Wenn Dr. Dönnebrink auf die Unterhaltskosten für die Gleise verweise, so müssten die Stadtväter im Gegenzug darauf schauen, welche zusätzlichen Kosten Busse im Straßennetz verursachen. Diese müssten dann direkt aus dem städtischen Haushalt beglichen werden, was in der Summe für den Konzern Stadt auf das selbe hinauslaufe. Entscheidend sei aber, dass Schienenverkehr deutlich mehr Fahrgäste an sich binde als ein reiner Busbetrieb, der dann auch noch zur Zunahme des Autoverkehrs mit vielen Folgekosten führe.

Als völlig inkonsequent bezeichnet es PRO BAHN, dass im Entwurf des Nahverkehrsplans ausgerechnet auf der Linie 102 der Takt nach der Morgenspitze von 10 auf 15 Minuten ausgedünnt werden solle, während oberirdisch über die Ruhr neben den Linien 131 und 135 noch Busse  zum Broicher Waldweg und nach Saarn im 10-Minuten-Takt fahren sollen. "Wenn Mülheim sich schon den teuren Ruhrtunnel leistet, muss er auch konsequent genutzt werden", so Lothar Ebbers von PRO BAHN Ruhr. Dazu gehöre unbedingt die Führung der Linie 102 zur Saarner Kuppe, die umfangreiche parallele Busleistungen einsparen würde.

Wie eine Umstellung des Schienenbetriebs auf Bus funktioniere, habe man vor einiger Zeit bei der Sperrung der U 18 in Heißen beobachten können. Trotz Bussen im 5-Minuten-Takt zwischen Hbf und Heißen Kirche konnten dabei massive Fahrgastverluste beobachtet werden. Wie zusätzliche Busfahrten am Hauptbahnhof und an der Haltestelle Stadtmitte abgewickelt werden könnten, bleibe für PRO BAHN schleierhaft.

Abschließend empfiehlt PRO BAHN einen Blick nach Krefeld. Im dortigen Nahverkehr gebe es einen ähnlich hohen Schienenanteil wie in Mülheim, inclusive einer von der Rheinbahn betriebenen Stadtbahn. Allerdings gebe es keine Tunnelstrecken, und erst neulich haben die Stadtwerke Krefeld einen Großteil der überalterten Straßenbahnfahrzeuge durch neue Niederflubahnen ersetzt. In Krefeld werde nur die Stillegung einer kurzen Stichstrecke geplant, hingegen gebe es auch mehrere Ausbaupläne für die Schiene.

Ansprechpartner

Lothar Ebbers
Neugahlener Str. 20
46149 Oberhausen

Tel. +49 (0) 208 6351916
Mobil: +49 (0) 176 78160592

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Veröffentlicht am 09.07.2013 | 1.851 Klicks
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