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Wittkes Verkehrsplanung unbrauchbar - VCD und PRO BAHN kritisieren Ergebnisse der IGVP
Schwere Mängel sehen die Verkehrsverbände VCD und PRO BAHN in den kurz vor Weihnachten von Verkehrsminister Wittke vorgelegten Ergebnissen der "Integrierten Gesamtverkehrsplanung" (IGVP). Sie sehen sich weitgehend in Übereinstimmung mit der heute bekannt gewordenen Position des Städtetag NRW (Ruhr Nachrichten vom 10.01.2006).
Der Ansatz der IGVP, Straßen- und Schienenprojekte nach einem einheitlichen Verfahren bezüglich ihrer verkehrlichen, gesamtwirtschaftlichen und Umwelt-Wirkungen zu beurteilen, sei begrüßenswert. "In der jetzigen Form ist das Bewertungsergebnis jedoch keine taugliche Basis für die Neuaufstellung der Bedarfspläne für Straße und Schiene für das nächste Jahrzehnt", so VCD-Landessprecher Jürgen Eichel. Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Schiene durch Anwendung unterschiedlicher Bewertungsverfahren an zahlreichen Stellen gegenüber der Straße "schlechtgerechnet" worden sei. So sei für den zukünftigen Energieverbrauch beim öffentlichen Verkehr im Gegensatz zur Straße nicht die zu erwartende Reduzierung angesetzt worden, wodurch sich gleich mehrere Parameter der Bewertung verschlechterten. Auch die Ansätze für die Unterhaltung der Infrastruktur seien zu Lasten der Schienenprojekte unterschiedlich berechnet worden. Bei der Schiene seien darüber hinaus entfallende Kosten für zukünftig nicht mehr benötigte Strecken nicht gegengerechnet worden. Völlig unverständlich sei aber, dass Projekte zur Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf bestehenden Güterstrecken negative Nutzwertpunkte für Zerschneidungswirkungen oder Flächenverbrauch erhielten, obwohl überhaupt kein Ausbau der ohnehin betriebenen Trassen geplant sei.

Auch die Einzelergebnisse in zahlreichen Projektdossiers rufen Zweifel bei den Verkehrsverbänden hervor. "Es gibt offenbar Rechenfehler bei einigen Bewertungen, die Ergebnisse mehrerer Verkehrsumlegungen sind unplausibel, und bei anderen Projekten wurden falsche Angaben zur geplanten Angebotsgestaltung verwandt", so Lothar Ebbers von PRO BAHN NRW. So ergebe die Bewertung einer knapp 700 Meter langen Strecke in Mülheim (Dossier 13191) mit prognostizierten 1 700 Fahrgästen täglich eine Gesamtfahrzeitersparnis, die pro Fahrgast mehr als zwanzig Minuten ausmache. Bei einem Tunnelprojekt in Duisburg (Dossier 13013) werden im Neubauabschnitt 2 900 Fahrgäste zusätzlich prognostiziert, mehrere Kilometer weiter südlich aber 3 900 zusätzlich. Ebbers: "So etwas ist absolut unplausibel."

Darüber hinaus sei der vorgelegte Entwurf des Bedarfsplans teilweise willkürlich aufgestellt. Sehr gut bewertete SPNV-Vorhaben wie die Ratinger Weststrecke (Duisburg-Wedau - Düsseldorf Hbf) oder die Johannlandbahn (Siegen - Netphen-Deuz) seien nicht aufgenommen worden, die wenig wirtschaftliche Tunnelverlängerung in Duisburg-Meiderich als teuerstes Einzelprojekt hingegen doch. Weiterhin bemängeln die Verkehrsverbände, dass die umstrittene Wehrhahnlinie in Düsseldorf, die alleine mehr kostet als alle 14 ausgewählten kommunalen Schienenprojekte zusammen, keiner neuen Bewertung unterzogen worden sei.

Abschließend fordern VCD und PRO BAHN eine gründliche und kritische Überprüfung der Methoden und Ergebnisse und keine übereilte Beschlussfassung der Bedarfspläne in den Regionalräten und im Verkehrsausschuss des Landtags, wie sie zur Zeit vorgesehen sei. Bei einem im Jahr 2000 gestarteten Prozess müsse es erlaubt sein, die Ergebnisse genauer zu prüfen, als es in vier bis acht Wochen möglich ist.
Veröffentlicht am 10.01.2006 | 3.110 Klicks
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