Deprecated: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in /kunden/416311_47058/apexx_archiv/lib/class.database.mysql.php on line 39
PRO BAHN NRW e.V.
Logo Fahrgastverband

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Navigationsstrich Startseite  Navigationsstrich PRO BAHN  Navigationsstrich Nachrichten  Navigationsstrich Landespolitik  Navigationsstrich Rhein-Ruhr-Express 
VCD und PRO BAHN zum Finanzierungskonzept Metrorapid: Massive Zweifel an der Erlösprognose
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) NRW und der Fahrgastverband PRO BAHN NRW sehen in dem von Verkehrsminister Horstmann vorgelegten Finanzierungskonzept Metrorapid keine belastbare Grundlage für weitere Finanzmittel aus Berlin. "So geht es nicht", lautet das Fazit der Verbände nach kritischer Analyse. Damit nicht genug: Die Verwendung von für die Schiene vorgesehenen Investitionsmittel für den Metrorapid hätte einen jahrelangen Investitionsstau bei der Bahn in NRW zur Folge. Neue Erkenntnisse nähren darüber hinaus massive Zweifel an der zugrunde gelegten Erlösprognose und insbesondere an den erwarteten hohen Fahrgeldeinnahmen - sollten die aber nicht eintreffen wie behauptet, fiele das gesamte Finanzierungskonzept zusammen wie ein Kartenhaus.
Massive Kritik äußern die Verbände an der von Horstmann geplanten Verwendung von 338 Millionen Euro für den Metrorapid, die aus dem Bundesschienenwegeausbaugesetz finanziert werden sollen. Diese "Sowieso-Maßnahmen" umfassen Bauarbeiten für den Metrorapid, die nicht direkt mit dem Fahrweg zu tun haben - Motto: "Das hätten wir ja sowieso gemacht". Viele Maßnahmen würden aber sonst eben nicht durchgeführt - etwa die Verlegung von Stromleitungen oder gar der Rückbau von Gleisen. "Es wäre unerträglich, wenn Gleisrückbau aus Mitteln des Schienenwegeausbaugesetz finanziert würde", so Lothar Ebbers, Leiter der Fachkommission Metrorapid beim Fahrgastverband PRO BAHN NRW. Selbst bei großzügiger Auslegung des Begriffs wären nach Analyse von PRO BAHN und VCD allenfalls 100 Millionen Euro als "Sowieso-Maßnahmen" anzusehen. Die übrigen Mittel würden der Bahn entzogen. Konkret würde dies bedeuten, dass Bahn-Verbesserungen in NRW gar nicht oder mit jahrelanger Verzögerung realisiert würden.

Als "Zumutung für die Fahrgäste" bewerten die Verbände die geplante nochmalige Verkürzung der Metrorapid-Fahrzeuge auf nur noch drei Sektionen mit 250 Sitzplätzen bei Verdoppelung der Zahl der Stehplätze. "Da müssten Fahrgäste am Bahnsteig zurückbleiben - Sardinen-Express statt Premium-Produkt", so der Kommentar des VCD. Zur Erinnerung: Die Vorstudie der Deutschen Bahn ging von acht Sektionen aus und reduzierte dies auf sechs. Die Gutachter der Machbarkeitsstudie rechneten bis zum Dezember 2001 mit fünf Sektionen. In der im Februar 2002 veröffentlichten Version waren es noch vier Sektionen, und auch die prognostizierten Verkehrsbelastungen hatten sich auf wundersame Weise entsprechend verringert. Schon vier Sektionen bedeuten (nach den Prognosen der Machbarkeitsstudie) eine Sitzplatzausnutzung in der Spitzenstunde von 127 Prozent. Bei der nun geplanten weiteren Verkürzung auf drei Sektionen verschlechtert sich dieser Wert noch weiter: "Das heißt: In der Spitzenstunde wird fast jeder zweite stehen müssen - das wäre schlimmer als heute im Regionalexpress", so VCD-Landessprecher Jürgen Eichel. Dass nur noch mit dem Metrorapid die Verkehrszuwächse der Zukunft zu bewältigen wären - wie von führenden SPD-Vertretern immer wieder behauptet - erweise sich damit endgültig als Farce: Schon drei RegionalExpress-Züge mit fünf Doppelstockwagen bieten pro Stunde mehr Kapazität als der Metrorapid. Trotz eines derartigen Komfortverlustes geht man aber immer noch von unveränderten Fahrgastzahlen aus. Realistisch betrachtet, müssten die Zahlen deutlich nach unten korrigiert werden. Die Folge: Geringere Einnahmen und damit ein geringerer Spielraum zur Finanzierung der Restsumme durch Kredite.

Aus dem prognostizierten Überschuss von 51,1 Millionen Euro sollen Kredite in Höhe von 679 Millionen Euro finanziert werden. Das Finanzierungskonzept schweigt sich aber darüber aus, wer Ausfallgarantien für den Fall geringerer Einnahmen übernehmen soll. Wenn sich die zu erwartenden Einnahmen aufgrund niedrigerer Fahrgastzahlen verringern oder die Betriebskosten erhöhen, sinkt auch das Fremdfinanzierungspotential. Bis heute werden die Grundlagen der Fahrgast- und Erlösprognose der Machbarkeitsstudie unter Verschluss gehalten. Die Gutachter haben dort zudem ein VRR-Tarifmodell zugrunde gelegt, das gegenüber heute massive Preissteigerungen bedeuten würde. Alle Berechnungen geschehen aus der isolierten Sicht des Metrorapid-Projektes. Der avisierte Betreiber Deutsche Bahn wird aber auch die entstehenden Einnahmeausfälle in anderen Bereichen (Regional- und Fernverkehr, Netz) gegenrechnen.

Fazit: Das Finanzierungskonzept bleibt in wesentlichen Fragen weiterhin Antworten schuldig. "Auf sieben Seiten sucht man vergeblich nach klaren Aussagen, wer denn nun das Finanzierungsrisiko tragen soll", so VCD und PRO BAHN. Die Verkürzung der Fahrzeuge auf nur noch drei Sektionen bedeutet den endgültigen Abschied vom Metrorapid als "Premium-Produkt" und lässt negative Auswirkungen auf die zu erwartenden Fahrgastzahlen erwarten. Die Erlösprognose für den Metrorapid bleibt aufgrund fehlender Basisdaten nicht nachvollziehbar. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die in der Machbarkeitsstudie zugrunde gelegten Fahrgeldeinnahmen deutlich zu hoch sind - damit würde das gesamte Finanzierungskonzept in sich zusammenfallen. Die Anforderungen des Bundes seien demnach nicht erfüllt. "Auf einer solchen Grundlage darf der Bund keine Mittel bereit stellen - auch nicht für 2003", so die Verbände. VCD und PRO BAHN setzen daher mehr als je zuvor auf die bessere Bahn als bessere Alternative für NRW.
Veröffentlicht am 31.01.2003 | 2.723 Klicks
Navigationspfeil Impressum   Navigationspfeil Datenschutzerklärung || © Copyright 2010-2019 PRO BAHN Nordrhein-Westfalen e.V.
Erstellt mit Apexx Portalsystem - © Stylemotion.de