Deprecated: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in /kunden/416311_47058/apexx_archiv/lib/class.database.mysql.php on line 39
PRO BAHN NRW e.V.
Logo Fahrgastverband

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Navigationsstrich Startseite  Navigationsstrich PRO BAHN  Navigationsstrich Nachrichten  Navigationsstrich Landespolitik  Navigationsstrich Rhein-Ruhr-Express 
Schulden für den Schwebezug
Fahrgastverband PRO BAHN: Bankgutachten übertrifft alle Befürchtungen.
Die Kosten des Metrorapid werden nicht errechnet, sondern aus alten Schätzwerten über den Daumen abgerundet. Auf der Einnahmeseite wird der Zuschuss der Bundesregierung voll angerechnet, obwohl eine Teilung mit Bayern zu erwarten ist. Außerdem empfehlen die Gutachter die Umschichtung von Regionalisierungsmitteln zu Lasten der Schiene und den Griff in den Topf der Fahrzeugförderung. Dazu Lothar Ebbers, PRO BAHN: "Der Metrorapid geht zu Lasten des gesamten übrigen ÖPNV im Nordrhein-Westfalen." Insgesamt offenbart das Gutachten einen Finanzierungsbedarf von 3 Milliarden DM. Die Fahrgäste müssen dies über höhere Fahrpreise finanzieren, obwohl die Nachteile den geringen verkehrlichen Nutzen des Projektes überwiegen.
Hintergrund

Bevor der Metrorapid anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 die Weltöffentlichkeit beeindruckt, sind noch einige Fragen zu klären, darunter die Finanzierung. Am vergangenen Dienstag präsentierte die Deutsche Bank ihr Finanzierungskonzept.
Das Konzept basiert auf der Metrorapidvorstudie der Landesregierung, welche die Projektosten lediglich schätzt. Außerdem greift die Deutsche Bank der Machbarkeitsstudie vor, indem einzelne Ausgaben als verzichtbar angenommen werden.
Ein Einzelzug kostet 114 Millionen DM
Die Fahrzeuge sollen mit der für Eisenbahnen üblichen Landesförderung von einer privaten Abschreibungsgesellschaft erworben und dann vom Betreiber Deutsche Bahn geleast werden - ein Verfahren, dass heute bei Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Immobilien üblich ist. Allerdings beträgt der Landeszuschuss in Höhe von 65 % rund eine Milliarde DM. Diese Summe muss der Steuerzahler aufbringen. Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum 14 Züge 1,6 Mrd. DM kosten, wo doch die teure Antriebstechnik im Fahrweg steckt?
Ein Einzelzug kostet demnach 114 Millionen DM, ein vergleichbarer Zug für die Schiene 20 Millionen (inklusive Antrieb), eine Straßenbahn knapp 4 Millionen.

Infrastruktur

Den Fahrweg soll die öffentliche Hand bauen, die Kosten entsprechen dem von der Bundesregierung in Aussicht gestellten 4,5 Mrd. DM. Dieses Geld wird von der Deutschen Bank komplett zu Gunsten von NRW verbucht, obwohl mit dem Betrag auch das bayerische Projekt unterstützt werden soll.

Höhere Fahrpreise

Schuldentilgung (49 Mio. DM p.a.) und Betriebskosten (128 Mio. DM) werden über höhere Fahrpreise gedeckt. Entgegen ersten Planungen scheint grundsätzlich ein Zuschlag von 3 DM je Fahrt nötig, zusätzlich kommen 15 % der Einnahmen aus Transferzahlungen der Fluggesellschaften für die Anerkennung von Flugtickets im Zug.
Nicht erwähnt werden Überlegungen der Landesregierung, eine VRR-Preisstufe D einzuführen. Dies hat allerdings allein der VRR zu entscheiden.
Als ertragreichsten Weg nennt die Deutsche Bank die Anwendung des Deutschen Personentarifs (DPT) anstatt des Verbundtarifs.

Wettbewerbsverzerrung

Im Vergleich zur Schiene weist die Magnetbahn zwei Besonderheiten auf: Einerseits entstehen keine Trassenbenutzungsgebühren (über Stationsgebühren in den Bahnhöfen ist noch nichts bekannt). Andererseits ist die Trasse für Dritte praktisch nicht nutzbar, da die Zugangsschwelle der Fahrzeuginvestition sehr hoch ist und die Fahrzeuge sonst nirgendwo eingesetzt werden können. Das Systems ist nicht nur wettbewerbsresistent, sondern diskriminiert andere Anbieter, die auf der parallelen Schienenstrecke Trassenbenutzungsgebühren entrichten müssen.
Die Magnetbahn wird außerdem jährlich mit 145 Mio. DM aus den Regionalisierungsmitteln unterstützt. Von diesem Betrag waren 55 Mio. DM ursprünglich für Mehrverkehr auf der Schiene vorgesehen.

Fazit

Die Landesregierung geht von 1,19 Milliarden DM Finanzierungsbedarf aus. Wenn aber der Bundeszuschusses zu gleichen Teilen auf Bayern und NRW verteilt wird, besteht eine Finanzierungslücke von über drei Milliarden Mark (Planungskosten noch nicht einberechnet), die auf dem privaten Kapitalmarkt beschafft werden müssen.
Es stellt sich die Frage, warum Fahrgäste und Steuerzahler diesen Betrag aufbringen sollen, für den es keinen vergleichbaren Gegenwert gibt. Die Magnetbahn soll von Dortmund nach Düsseldorf in 39 Minuten fahren, zehn Minuten schneller als die Bahn heute. Schon der Einsatz anderer RE-Züge könnte den Fahrzeitunterschied auf fünf Minuten schwinden lassen - ohne einen Pfennig Investition in die Schieneninfrastruktur.
Veröffentlicht am 29.09.2001 | 1.879 Klicks
Navigationspfeil Impressum   Navigationspfeil Datenschutzerklärung || © Copyright 2010-2019 PRO BAHN Nordrhein-Westfalen e.V.
Erstellt mit Apexx Portalsystem - © Stylemotion.de